Häufige Fragen- Blut im Stuhl

Wer bei dem Toilettengang Blut in seinem Stuhl oder auf dem Klopapier entdeckt, sollte nicht gleich Angst bekommen. Da Menschen aus jeder Altersgruppe betroffen sind und die Ursachen und Erscheinungsformen der Krankheit differieren, werden im Folgenden häufig gestellte Fragen beantwortet. Diese sind lediglich als Hinweise und Anhaltspunkte angedacht, sollten aber keinesfalls für eine Selbstdiagnose ausschlaggebend sein. Eine schlussendliche Diagnose kann nur ein Facharzt stellen.

Blut im Stuhl bei Babys?

Eltern werden panisch, wenn sie Blut im Stuhl oder in den Windeln ihrer Neugeborenen entdecken. Babys sind sehr empfindlich, auftretende Beschwerden müssen zügig fachlich untersucht werden. Es ist ein ernstzunehmendes Warnsignal und der Befund muss so schnell wie möglich zusammen mit dem Kinderarzt und einem Gastroenterologen abgeklärt werden. Ursachen könnten unter anderem sein:

Immunologische Reaktion
Der Magen-Darm-Trakt ist bei einem Säugling anfangs nicht voll ausgebildet. Reagiert das Baby allergisch auf beispielsweise Kuhmilch, wird diese als Fremdstoff im Körper eingestuft. Das Resultat ist eine immunologische Reaktion des Körpers auf das Eiweiß. Abwehrreaktionen werden in Gang gesetzt und dadurch werden Entzündungen im Bereich der Schleimhaut verursacht. Diese führen wiederum zum Ausscheiden von Blut.

Mütterliches Blut
Schluckt das Baby bei der Geburt mütterliches Blut, kann es ebenfalls zu blutigen Ausscheidungen kommen.

Analfissuren (Afterrisse)
In den meisten Fällen handelt es sich um Analfissuren, wobei es sich um feine Risse im rektalen Bereich handelt. Verstopfungen und starkes Pressen beim Stuhlgang fördern die Entstehung solcher Risse. Sie verursachen beim Stuhlgang unangenehme Schmerzen. In diesem Fall ist das Blut frisch und hellrot. Eltern können zuerst auch selbst nachschauen, indem sie vorsichtig mit den Fingern den Po spreizen. Obwohl die Risse harmloser Natur sind, ist es dennoch ratsam, das Baby samt Windeln einem Kinderarzt vorzustellen.

Infektionen
Treten weitere Beschwerden wie Fieber, Durchfall, Appetitlosigkeit und/oder Wachstumsstörungen auf, sollte umgehend ein Arzt konsultiert werden. Hierbei kann es sich um verschiedene Infektionen handeln. Durch eine gezielte Befragung der Eltern (Anamnese) sowie verschiedene diagnostische Verfahren ist eine genaue Diagnosestellung möglich.

Blut im Stuhl bei Kindern?

Blut im Stuhlgang bei älteren Kindern ist ebenfalls für die Eltern besorgniserregend. Hellrotes oder dunkles, frisches Blut im Stuhlgang kann mehrere Ursachen haben. Mittels einer durchgeführten Studie wurde jedoch festgestellt, dass die meisten Patienten in über 95 Prozent an Analfissuren (Risse im Afterbereich) leiden. Die Fissuren werden durch heftiges Pressen bei zu hartem Stuhlgang verursacht. Wird der Stuhlgang weicher, verschwinden auch die Analrisse. Mit faserreicher Kost, viel Trinken und genügend Bewegung wird der Stuhlgang wieder weicher und die Einrisse können heilen. Das Risiko eines hämorrhoidalen Leidens ist bei Kindern relativ niedrig, jedoch nicht gänzlich auszuschließen.

Weitere Erscheinungsformen
Die rektale Blutung kann aber auch andere Gründe haben. Treten weitere Begleiterscheinungen wie Fieber, Bauchschmerzen, ein allgemein kränkliches Kind oder Erbrechen auf, ist dies ein Anzeichen für mögliche Infektionen. Lebensmittelvergiftung, Wurmbefall, E-Coli-Bakterien, Salmonellen, Magen-Darm-Entzündungen, Divertikel oder Hämorriden sind hier mitunter als mögliche Ursachen aufzuführen.

Ist der Stuhlgang blutig und schleimig und hat eine dunkle Verfärbung, sollte sofort ein Arzt konsultiert werden. Hierbei kann es sich um eine Invagination, eine Darmeinstülpung, handeln. Der blutige Stuhl wird in diesem Fall von heftigen Bauchkrämpfen und Fieber begleitet.

Fachärztliche Diagnosestellung
Mittels Ultraschalluntersuchungen des Bauches, Stuhlproben mit anschließenden Laboruntersuchungen, einer Darmspiegelung oder Röntgenaufnahmen kann eine genaue Lokalisierung der rektalen Blutung ermittelt werden. Es ist ratsam, einen Kinderarzt und/oder einen Spezialisten für Magen-Darm-Erkrankungen zu konsultieren. Er kann eine genaue Diagnose erstellen und eine entsprechende Behandlung verordnen.

Blut im Stuhl = Darmkrebs?

Wer Blut im Stuhl bemerkt, sollte nicht gleich vom schlimmsten Fall ausgehen. Auch andere Krankheitsbilder kommen in Frage. Hämorriden sind häufig ein Grund für eine rektale Blutung. Ursächlich können aber ebenso Analfissuren, Infektionen, Entzündungen, bakterieller Befall oder Magengeschwüre sein.

Erste Anzeichen einer Darmkrebserkrankung
Die Beschwerden bei Darmkrebs beginnen schleichend, die Erkrankten merken es anfangs meist nicht. Blutungen können auch ohne weitere Beschwerden auftreten. Andere Symptome wie Müdigkeit, Appetitlosigkeit, chronische Durchfälle beziehungsweise Verstopfungen, starkes nächtliches Schwitzen können Anzeichen für Darmkrebs sein. Bei Darmkrebspatienten kommen im fortgeschrittenen Stadium der Krankheit neben dem blutigen Stuhl auch sehr starke Schmerzen hinzu. Ein Arztbesuch und die entsprechenden Untersuchungen geben Aufschluss über das genaue Krankheitsbild und ob es sich tatsächlich um Darmkrebs handelt.

Wann besteht ein erhöhtes Risiko für Krebs?
In den meisten Fällen sind die Betroffenen über 40 Jahre alt. Nur selten erkranken jüngere Menschen an Darmkrebs. Bei den wenigen Ausnahmen ist die Krankheit genetisch vererbt worden, ein erhöhtes Krebsrisiko ist hierbei gegeben. Ein erhöhtes Krebsrisiko besteht ebenfalls, wenn beim Betroffenen selbst schon eine Krebserkrankung (zum Beispiel Gebärmutterkrebs, Eierstockkrebs, Prostatakrebs) diagnostiziert wurde.

Auch eine chronische Entzündung des Darms (zum Beispiel Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn) erhöht das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken.

Grundsätzlich fördern Übergewicht, übermäßiger Alkoholkonsum, ballaststoffarme, fettige Nahrung und wenig Bewegung das Krebsvorkommen.

Blut im Stuhl bei Hund und Katze

Hunde und Katzen leiden öfter unter der Symptomatik Blut im Kot. Der Magen und die After-Gegend sind bei ihnen sehr empfindlich.

Afterfissuren
In den meisten Fällen sind es harmlose Blutungen, die durch Afterfissuren verursacht werden. Ist der Stuhlgang zu hart und das Tier muss pressen, um Kot abzulassen, können Risse oder Kratzer im analen Bereich entstehen. Die Blutung ist dann hellrot und frisch.

Fremdkörper
Fremdkörper, die verschluckt werden, wie zum Beispiel Steine, Papier oder Grashalme können ebenfalls den Darm reizen oder verkratzen und Blutungen hervorrufen.

Nahrungswechsel
Tritt die Blutung nach einem Nahrungswechsel auf, kann dies auf eine Unverträglichkeit hindeuten. Die Tiere haben sehr empfindliche Mägen, wird die neue Nahrung nicht vertragen, entstehen bei der Verdauung Probleme, kleine Blutgefäße können platzen und Blutungen auslösen.

Parasitenbefall
Parasiten, Wurmbefall, Darmgeschwüre können auch Ursachen für eine rektale Blutung sein. Würmer wie die Peitschenwürmer und die Hakenwürmer verursachen bei Hunden Darmblutungen. Bei den Peitschenwürmern ist das Blut hellrot, da sie im unteren Verdauungstrakt zu finden sind. Die Hakenwürmer verursachen hingegen schwarzen, teerartigen Kot. Diese sind gefährlicher, denn leben im Dünndarm und saugen Blut. Erwachsene Würmer saugen nicht nur Blut, sondern sie fressen auch Darmschleimhaut. Große Bereiche der Darmschleimhaut werden zerstört. Darmblutungen und Darmentzündungen sind das Resultat.

Es ist ratsam, beim Auftreten blutiger Ausscheidungen einen Veterinär aufzusuchen und die Tiere fachlich untersuchen zu lassen.