Blut im Stuhl – Häufig ein Warnsignal des Körpers

Was bedeutet Blut im Stuhl?

wcHämatochezie (griechisch -haima= Blut und -chezo= Stuhl) ist der medizinische Fachbegriff für jede rektale Ausscheidung von deutlich sichtbarem, hell- oder     dunkelroten Blut. Man unterscheidet dabei zwischen einer chronischen und einer akuten Darmblutung im gastrointestinalen Trakt. Die Analblutung ist gut erkennbar auf dem Toilettenpapier nach dem Abwischen, im Stuhlgang selbst oder im Spülwasser.

 

Helles Blut gibt meist Hinweis auf Blutung aus Magen-Darm-Trakt
Bei Hämatochezie handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um eine Blutungsquelle aus dem mittleren oder unteren Magen-Darm-Trakt. Ist die Verfärbung dunkelrot, dann handelt es sich um eine größere Blutmenge aus dem Dickdarm-Bereich. Hellrote Streifen auf dem Stuhlgang können ebenfalls erkennbar sein. Hierbei handelt es sich eher um frisches Blut. Betroffen sind Menschen aus jeder Altersgruppe. Neben der Hämatochezie gibt es die okkulte Blutung und die Malaena. Die Blutungen sind entsprechend ihren Charakteristika in Kategorien unterteilt, die gesondert aufgelistet und erklärt werden.

Weiteres dazu unter Blut im Stuhl – Erscheinungsformen.

 

Wann zum Arzt bei Blut im Stuhl?

Haben die Betroffenen parallel zum Blutverlust auch weitere Symptome wie

  • Erbrechen
  • Übelkeit
  • Fieber
  • Magen- oder Bauchschmerzen
  • Müdigkeit
  • rapiden Gewichtsverlust innerhalb kürzester Zeit
  • heftige, nächtliche Schweißausbrüche

sollte der Gang zum Arzt sehr schnell erfolgen. Diese Symptomatik kann Anzeichen einer schwerwiegenden Erkrankung sein. Durch spezielle Untersuchungen und entsprechende Laborergebnisse kann eine genaue Diagnose festgestellt werden.

Rote Verfärbung muss nicht immer Blut sein
Anderseits muss eine rote Verfärbung im Bereich des Anus nicht immer Blut sein. Der Verzehr von bestimmten Lebensmitteln, beziehungsweise Lebensmittelfarben oder Vitaminen und Mineralstoffen, können den Stuhl rötlich erscheinen lassen. So verursacht der Genuss von roten Rüben helle, rote Verfärbungen. Der Verzehr von Himbeeren hingegen verursacht eine dunkle Verfärbung und nach der Einnahme von Kohle- oder Eisentabletten wird der Stuhlgang schwarz. Personen, die einmalig nach dem Konsum solcher Lebensmittel rötliche beziehungsweise sehr dunkle Ausscheidungen haben, müssen nicht zwingend einen Arzt konsultieren.

Generell ist es empfehlenswert, sich rechtzeitig einer Untersuchung zu unterziehen, um Gewissheit über die Art und grundlegende Ursache der Blutung zu erhalten. Nach der Diagnosestellung werden weitere therapeutische Schritte eingeleitet. Meist wird dies nötig bei akuten Blutungen mit anhaltend großem Blutverlust. Hierzu ist die endoskopische Untersuchung in der Regel die effektivste Methode.

Mehr dazu unter  Diagnose & Behandlung – Blut im Stuhl.

Blut im Stuhl – Ursachen

Die Ursachen und Schwere der Krankheit variieren von Fall zu Fall. Die meisten Erkrankungen sind jedoch eher harmloser Natur und gut zu behandeln. Folgende Beispiele können typische Ursachen für die untere/obere gastrointestinale Blutung (UGIB/OGBI) sein:

Analfissuren
Analfissuren sind Risse in der Schleimhaut des Afters. Die Krankheit zählt zu den Enddarmerkrankungen. Meistens wird der Stuhlgang von leichten bis starken Schmerzen begleitet. Auslöser können zu fester Stuhl oder ein übermäßiges Pressen während des Stuhlganges sein.

Hämorrhoiden
Hämorrhoiden können eine weitere Ursache für bluthaltigen Stuhlgang sein. Diese sind gut durchblutetes Gewebe, welches im Enddarm liegt. Innen liegend sind diese für den Schließmuskel mitverantwortlich. Tritt das Gewebe mit samt darin verlaufenden Venen nach außen, werden diese als äußere Hämorrhoiden bezeichnet. Begleitet von Juckreiz und Ekzemen kann es hier beim Stuhlgang durch starkes Pressen zu Gewebeschädigung und somit vermehrt zur Blutung kommen. Typische Erkennungsmerkmale des Hämorrhoidalleidens sind blutige Streifen auf dem Stuhl und am Toilettenpapier. Bei anhaltend starken Blutungen ist hier eine chirurgische Intervention von Nöten.

Analvenenthrombose
Ebenso die äußerst schmerzhafte, aber in der Regel ungefährliche Analvenenthrombose kann eine leichte Blutungsquelle aufweisen. Häufig sind diese in Form einer knotenähnlichen, lila bis blau verfärbten Ausstülpung direkt am After zu erkennen (nicht zu verwechseln mit Hämorrhoiden). Diese können infolge von vermehrtem Pressen bei Verstopfungen oder anhaltenden Durchfällen hervortreten. Kommt es unbehandelt zum „Aufplatzen“ dieses Knotens, kann eine anhaltende, hellrote Blutung mit kleineren geronnenen Blutpfropfen die Folge sein. Diese hört jedoch meist von allein wieder auf.

Medikamente
Einige Medikamente können nach der Einnahme Blutungen im Magen verursachen. Die Magenblutungen sind im Stuhlgang sichtbar. Die Farbe ist meist dunkel bis schwarz.

Krankheiten als mögliche Ursache
Krankheitsbilder, die möglicherweise mit Blut im Stuhl einhergehen, sind Dickdarmentzündungen, eine Magenschleimhautentzündung, Magengeschwüre, eine andere Krankheit innerhalb der Speiseröhre, Morbus Crohn, bestimmte Lebererkrankungen, Tumore des Dünndarms, durch Parasiten verursachte Darminfektionen, Darmpolypen sowie auch Darm- oder Magenkrebs.

Blut im Stuhl durch falsche Lebensgewohnheiten
Der tägliche Verzehr von Fleisch und fettreichen Lebensmitteln, aber auch unregelmäßige Mahlzeiten, Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum können ebenfalls zu Reizungen und Blutungen im Darmbereich führen.

Weitere Informationen dazu unter Blut im Stuhl – Ursachen.

Helles Blut im Stuhl

Der Fachbegriff für helles Blut im Stuhl lautet Hämatochezie. Die hellen Blutbeimischungen auf dem Stuhl entstehen meist aus dem unteren Gastrointestinaltrakt, proximal des Treitzschen Bandes (Krümmung des Dünndarms, die den Übergang vom Zwölffingerdarm zum Leerdarm markiert bis zum Anus).

Typisch für diese Erscheinungsform der Blutung ist ihre hellrote, frische Farbe. Das Blut kommt nicht mit der Magensäure in Kontakt, das Hämoglobin wird nicht zersetzt.

Meist ältere Menschen betroffen

Die untere gastrointestinale Blutung tritt deutlich seltener ein als die obere gastrointestinale Blutung. Überwiegend sind ältere Menschen davon betroffen. Häufig leiden die Betroffenen unter Hämorrhoiden oder Analfissuren. Die Erkrankungen sind für den Patienten unangenehm, lassen sich jedoch gut behandeln.

Ist Blut im Stuhl immer gefährlich?

Es gibt viele Ursachen, die zu einer Ausscheidung von Blut führen können. In den meisten Fällen handelt es sich um gutartige Erkrankungen, die entweder von selbst oder mittels einer unkomplizierten Behandlung heilen (Hämorrhoiden oder Analfissuren). Bei einmaligen, leichten Blutungen ist ein sofortiger Arztbesuch nicht zwingend erforderlich. Anhaltend oder häufiger auftretende, leichte Blutungen sollten jedoch von einem Spezialisten abgeklärt werden. Ist der Betroffene an Krebs erkrankt, kann ein rechtzeitiger Befund sogar überlebensnotwendig sein.
Sehr starke, plötzlich auftretende Blutungen mit großem Blutverlust können im schlimmsten Fall tödlich verlaufen. Die sofortige Notfallversorgung in einem Krankenhaus ist in diesem Fall unumgänglich.