Blut im Stuhl – Ursachen

Diverse Ursachen verursachen eine Blutung im Verdauungstrakt, die Blut im Stuhl bewirkt.
Die Blutungen entstehen vor allem im Magen-, Dünn- oder Dickdarm-Bereich. Die Gründe
für eine Hämotochezie können auch im Analbereich liegen.

Blut im Stuhl – Erkrankungen und Krankheiten im Analbereich

Analfistel und Perianalabszess
Eine Fistel bezeichnet eine krankhaft entstandene Verbindung zwischen Geweben oder Organen, die normalerweise nicht verbunden sind. Meistens bildet sie sich als Folgeerscheinung eines Abszesses. Ein Abszess im Analbereich, ein sogenannter Perianalabszess, entsteht durch verstopfte Analdrüsen. Auslöser für diese Beschwerden sind Schwellungen und bakterielle Entzündungen, die das Anstauen von Eiter verursachen können. Der Eiter setzt sich meistens in den Spalten zwischen Gesäß- und Beckenmuskeln oder Afterschließmuskeln an. In manchen Fällen bildet sich eine Analfistel, die durch einen röhrenförmigen Gang mit einer Öffnung gekennzeichnet ist. Sie befindet sich im Außenbereich auf der Haut oder innen im Mastdarm oder Analkanal. Drüsensekrete und Eiter entleeren sich über die Öffnung.

Analekzem
Im Analbereich kommt es häufig zu entzündlichen Hautausschlägen. Oftmals tritt ein Analekzem als Zeichen von oder zusammen mit anderen Erkrankungen auf. Verschiedene Ursachen wie Feigwarzen, Hämorrhoiden oder Fistelleiden zählen zu den Ursachen. Außerdem kann ein Analekzem durch Kontaktallergien entstehen. Analtherapeutika wie Cremes, Salben oder Zäpfchen, Hygienemittel oder Toilettenpapier gelten als Auslöser für allergische Ekzeme. Ein weiterer Grund für Analekzeme ist zu viel oder zu wenig Analpflege.

Analrandkarzinom (Krebs des Afters)
Normalerweise wächst ein Analrandtumor auf bereits erkrankter Haut. Der Tumor kann sich im Umfeld von Akne inversa, Feigwarzen oder Knötchenflechte bilden. Es besteht die Möglichkeit, dass dieser Tumor in die Tiefe wächst. So erreicht er die Blase, Scheide, Prostata oder den Schließmuskel und befällt schließlich die benachbarten Lymphknoten.

Analvenenthrombose
Eine Analvenenthrombose betrifft die Hautvenen am After und bewirkt das Anschwellen des Darmausgangs. Die Venen um den After und unter der Haut sind betroffen.

Analvorfall
Handelt es sich um einen Analvorfall, erscheint vor dem After Analhaut. Das Gewebe im Analkanal, das sich unterhalb der Sägezahnlinie befindet, ist betroffen. Oftmals ragen auch gleichzeitig Hämorrhoiden heraus. Dadurch ist der Schließmuskel geschwächt. Der Analvorfall ist meistens eine Folgeerscheinung einer schweren Hämorrhoiden-Erkrankung.

Mastdarmvorfall
Ein inkompletter Mastdarmvorfall ist durch das Herausragen der Schleimhaut gekennzeichnet. Bei einem Mastdarmvorfall stülpen sich alle Wandschichten des Darmes nach außen. Die Ursache besteht darin, dass die Befestigung des Darmes durch verschiedene Umstände geschwächt ist. Bei fortgeschrittener Krankheit befindet sich das Gewebe des Darmes auch ohne zusätzliches Pressen außen. Oftmals entzündet sich das Gewebe, bildet eine geschwürige Wunde und beginnt zu bluten. Häufig tritt ein Mastdarmvorfall zusammen mit einem Mastdarmgeschwür auf.

Hämorrhoiden
Hämorrhoiden entstehen oftmals durch anlagebedingte Bindegewebsschwäche, durch erhöhten Druck im Bauch bei chronischer Verstopfung und Alterungsvorgänge. Auch Tumore oder chronischer Husten können Hämorrhoiden fördern. Diese Erkrankung ist häufig für hellrotes Blut im Stuhl verantwortlich. Beim Stuhlgang reißen die Hämorrhoiden oft auf. So entsteht eine Auflagerung von frischem Blut.

Afterriss (Analfissur)
Da die innere Analhaut hochempfindlich ist, kann sie unter ungünstigen Bedingungen spontan einreißen. Diese Erkrankung bezeichnet man als primäre Fissur. Aufgrund verringerter Elastizität des Gewebes entstehen auch nach Operationen Fissuren. Bei diversen Erkrankungen der Analhaut und des Darms ist es möglich, dass sich Risse bilden. Diese Formen sind sekundäre Fissuren. Durch das ständige Wundsekret aus der Fissur kann sich die Haut am After entzünden. Als Folge entsteht ein Analekzem.

Blut im Stuhl – Blutungen im oberen Bereich des Verdauungstraktes

Handelt es sich um Teerstuhl, sind meist Blutungen im oberen Magen-Darm-Bereich die Ursachen. Sie treten bei Erkrankungen wie beispielsweise Ösophagus-Varizen, Mallory-Weiss-Syndrom sowie beim Magen-Karzinom auf.

Magen-und Zwölffingerdarmgeschwüre
Für Blutungen im oberen Bereich des Verdauungstraktes sind Geschwüre im Zwölffingerdarm oder Magen verantwortlich. Als Auslöser gelten das Bakterium Helicobater pylori oder die ständige Einnahme von bestimmten Medikamenten wie beispielsweise Aspirin.

Lebererkrankungen
Bestimmte Lebererkrankungen bewirken eine Umleitung des Blutflusses in den Venen. Als Folge können sich Krampfadern in der Speiseröhre bilden, sogenannte Ösophagusvarizen. Da diese erweiterten Venen leicht reißen können, besteht die Möglichkeit, dass starke, oftmals sogar lebensbedrohliche Blutungen entstehen.

Sodbrennen und heftiges Erbrechen
Durch chronisches Sodbrennen kann sich aufgrund der aufgestoßenen Magensäure eine Entzündung der Speiseröhre, eine sogenannte Refluxösophagitis bilden und Blutungen bewirken. Schleimhauteinrisse am Übergang zwischen Speiseröhre und Magen entstehen oftmals nach heftigem Erbrechen. Bei Alkoholikern mit vorgeschädigter Schleimhaut spricht man vom Mallory-Weiss-Syndrom.

Magenkrebs
Im schlimmsten Fall stellt Blut im Stuhl ein Symptom bei Magenkrebs dar.

Blut im Stuhl – Blutungen im mittleren und unteren Verdauungstrakt

Dünndarm- oder Dickdarmtumore
Häufige Ursache für Blutungen im mittleren Verdauungstrakt-Bereich sind Tumore im Dünndarm. Auch durch entartete Wucherungen im Dickdarm kann es zu Blut im Stuhl kommen.

Entzündliche Darmerkrankungen
Entzündliche Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn verursachen vor allem bei jüngeren Betroffenen Blutungen. Bei Colitis ulcerosa ist nur der Dickdarm und Enddarm betroffen. Morbus Crohn hingegen kann den gesamten Verdauungsapparat befallen. Bei entzündlichen Darmerkrankungen wie Divertikulitis, Colitis ulcerosa, Polypen, Divertikeln, Tumoren, Hämorrhoiden sowie bei einem kolorektalem Karzinom ist frisches Blut im Stuhl eine häufige Begleiterscheinung.

Polypen
Polypen stellen Schleimhautvorwölbungen im Dickdarmbereich dar, die meist gutartig sind und keine Komplikationen verursachen. Mit wachsender Größe können sie ebenfalls Blutungen bewirken. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass sie sich zu einer Darmkrebs-Vorstufe entwickeln. Daher werden sie meist ab einer gewissen Größe entfernt. Als Folge dieser Eingriffe können Nachblutungen entstehen.

Divertikel
Divertikel sind Ausstülpungen der Darmschleimhaut. Betrachtet man diese von innen, bilden sie kleine Gruben. Meist findet man Divertikel im Dickdarm. Unter bestimmten Umständen kann eine Entzündung der Divertikel, eine sogenannte Divertikulitis, entstehen, die Blutungen verursacht.

Infektionen
Diverse Infektionen wie beispielsweise eine gewöhnliche Magen-Darm-Grippe, Bakterienruhr oder Typhus können Blut im Stuhl bewirken. Häufig kommt es auch zu einer Durchfallerkrankung. Eine weitere Ursache für Hämatochezie kann eine zu große Vermehrung natürlicher Darmbakterien sein. Oftmals entsteht diese Form der Darmerkrankung wie beispielsweise die pseudomembranöse Kolitis nach einer Antibiotikatherapie.

Mesenterialinfarkte
Mesenterialinfarkte sind Verschlüsse von Darmgefäßen, die vor allem ältere Menschen betreffen. In den krankhaften Bereichen kommt es zu einer Gewebeschädigung, die Blutungen bewirkt.